Autoren:
Vittorio
Gallese
Giacomo
Rizzolatti
Zum Nachlesen:
Vittorio Gallese et al. (1996): Action recognition in the premotor cortex.
In: Brain.
Oxford
Journal of Neurology 119 Nr.2
(pg 593-609)
Giacomo Rizzolatti, Corrado Sinigaglia:
Empathie und Spiegelneurone. Die biologische
Basis des Mitgefühls. Frankfurt a.M.:
edition
unseld (Suhrkamp), 2008
Ein Gedanke zum Konstruktivismus:
Spiegelneurone liefern der eigenen
Wahr-
nehmung ein Konstrukt der Befindlichkeit
des Gegenüber.
"Das
Gehirn
erzählt sich selbst
ein dunkles Märchen."
Egon Schiele zugeschrieben
(*12.06. 1890 in Tulln † 31.11. 1918 in Wien)
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Vernetzte, spezialisierte Nervenzellen im Großhirn, die es ermöglichen,
unser Gegenüber in einer Sekunde genau einzuschätzen, Mimik, Gestik, und
Fertigkeiten begriffsfrei zu "lesen" sowie mit Hilfe der eigenen Gefühle über die momentane
Befindlichkeit meines
Gegenüber eine exakte Einschätzung
zu
erhalten. So sind sie vermutlich der anatomisch-funktionale
"Ort der Empathiefähigkeit". Das Phänomen ist
wie Lachen-Weinen angeboren, wird in der Mutter-Kind-Dyade (mit dem
Vater:Triade) ausgeprägt
und kann lebenswichtige "Erfolge aus Sympathie" hervorbringen helfen.
.
Vermutlich sind Spiegelneurone bereits beim frühkindlichen "Bon-
ding"
- der prägenden Kontaktnahme zwischen (neugeborenem) Kind und seiner Mutter -
beteiligt.
Betroffen sind Mimik, Gestik, Haltung, Atemfrequenz,
das Wahrnehmen und Deuten von Gerü-
chen (z.B. Pheromone, Abbauprodukte von Stresshormonen) u.a. Diese Fähigkeit
braucht also nicht erlernt zu werden. Traumatische Erfahrungen können
Menschen jedoch dazu brin-
gen, die angemessene Emotion bei sich selbst abzutrainieren.
Solche Menschen werden oft zu rätselhaft beliebten "Führern".
Wer die Stimmung seines gegenüber rasch erkennt, kann sich frühzeitig darauf einstellen und
im eigenen Interesse reagieren. Das ist eine Schutzfunktion.
Anwendungsgebiete:
1. Rhetorik, Leitung, Kommunikation: Coaching, Supervision.
2. Kurative Anwendung: Training nach cerebralen Insulten, bei Persönlichkeitsstörungen,
und wegen der Nähe zum motorischen Cortex (z.B. in der Musiktherapie) bei körperlichen Einschränkungen
(Bewegungskoordination, Feinmotorik) u.v.m.
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Zusammenfassung:
Spiegelneurone
(D)
Mirror Neurons (GB)
Funktionale Neuro-Anatomie
Psychosoziologie:
Mutter-Kind-Dyade
Mutter-Vater-Kind-Triade
Bonding als Training
bereits vorhandener Fähigkeiten
Abtrainieren
zur Umgehung eigener adäquater Reaktionen, die anderen erlauben
auf die selbe Weise "mich zu lesen".
Neuropsychologie, Supervision
Medizinpsychologie,
Rehabilitation
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