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346
Seiten, 55 Abb. SW, 35 Abb. Farbe, Großdruck
ISBN
3-426-27361-6
Sabine Kuegler,
1972 in Nepal geboren, Tochter einer Krankenschwester und eines
Sprachforschers (eines freievangelikalen Missionars), schildert ihre Kindheit, die sie mit
Eltern, Bruder, Schwester
erst in Nepal, dann im Dschungel von
West-Papua verbrachte.
Hineinwachsen in eine völlig fremde, und doch von Beginn an vertraute
Kultur der Naturverbundenheit, stetes Lernen und wechselweises Annehmen
der Lebensweisen des jeweils Anderen führt zu einer feinfühlenden
Offenheit und Behutsamkeit, die im Leser verborgene Sehnsüchte wecken
könnte - würde der Text nicht selbstverständlich auf die nackten,
verletzlichen Fußsohlen auf dem Boden des "starken" Dschungels
verweisen, auf die Probleme mit der Versorgung, sechs Boots-Stunden
entfernt vom nächsten Dorf, auf die unerwarteten Gefahren von Giftspinnen
bis Malaria, auf den Umgang mit Krokodilen, wenn diese die Augen
geschlossen hätten. Wir
erleben auch den Kulturschock eines Mädchens mit, das
"Deutschland" für eine nette Familie hielt, die alle paar
Monate Briefe schrieb, und das sich eines Tages in einem lärmenden
Bahnhof zurecht finden muss, wo die Ziffern auf der Fahrkarte nie mit
denen auf den Waggons übereinstimmen, eines Zuges, der in die verkehrte
Richtung braust, und worin Mensch Angst bekommt, weil all die Geräusche
nicht zuzuordnen sind: wo alles bedrohlich wird, ein Schrei aber nicht
äußerste Lebensgefahr, sondern etwa Wut? bedeutet.
Empfehlung: Gut lesbarer Text aus Kind-Perspektive: heiter, berührend - und macht
nachdenklich.
Vorbehalt: Aus einer humanethologischen Haltung bleibt es
immer fragwürdig, welchen Schaden
das Eindringen westlicher "Kultur" und "Haltungen" an dem speziellen System
(ungewollt oder mit Hintergedanken einer global agierenden Organisation)
hat anrichten können.
Hinweis: Siehe dazu auch Gesellschaft
für bedrohte Völker. (Quelle: Werner N.) |

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