Was hat es also mit dieser Eieruhr auf sich? Die Eieruhr ist ein nettes, zumal sehr nützliches, Requisit: An sie wird der "Zeitrahmen" delegiert. Ohne die momentane Situation einschätzen und "berücksichtigen" zu können, meldet sie sich, weil eine Einheit abgelaufen ist. Sie setzt Grenzen, ohne dass man sie der Störung oder Ungeduld oder irgend einer anderen Emotion bezichtigen könnte: Sie weiß von nichts. Man kann sie deswegen als eine neutrale Instanz, als Zeitmarke, akzeptieren. Manchmal nimmt man sich die Freiheit, sie noch für ein Weilchen zu ignorieren: In jedem Fall schafft sie Klarheit. Darauf ist Verlass. Dieser zeitliche Rahmen gehört natürlich mit zum Bild - aber eben nur am Rande. Und das ist gut so. Als Gesprächspartner vermiete ich ja weder mich selber noch mein Wissen oder Können - bloß diese, zuvor vereinbarte, Spanne Zeit. Aus solcherlei Voraussetzungen entsteht zunächst der "technische" Raum, in dem all das sich entwickeln kann, weswegen meine GesprächspartnerInnen zu mir kommen: Klärung. Die anderen Voraussetzungen - etwa die deklarierte(n) Methode(n), persönliche Erfahrung, Reife, all die Nebenkompetenzen - habe ich selbstredend bereit zu halten, um meinen GesprächspartnerInnen optimal dienen zu können. Ja: Ich verstehe mein Tun als Dienst. Die Eieruhr ist deswegen auch ein wenig zum Symbol für meinen pragmatischen Ansatz geworden, das Wesentliche zum Thema werden zu lassen, so bald die Rahmenbedingungen geklärt und angenommen sind. Manche mögen das schrullig finden, fast alle wissen es zu schätzen. _________________________ Mag.Dr. Volkmar Ellmauthaler Kaposigasse 106 Haus 6 / 13 1220 Wien 0 (043) 699 10 900 802 info@medpsych.at http://www.medpsych.at