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Vielfach ein Schattendasein führt dieses besonders wertvolle
zwischenmenschliche Geschenk,
das am zweiten der beiden Pole des Daseins angeboten werden soll: Fördert
die Genuss- und Erfolgskultur die Sexualisierung
nahezu allen Verhaltens, so spaltet sie gleichzeitig Zuneigung und Erotik als Tabus ab und bannt mit gleicher Vehemenz jeden Gedanken an Schwäche und Tod.
Auch die ärztliche Kunst und Pflege stellen beinahe ausschließlich auf
die Gesundung ab, oft wird der Tod auf diese Weise als ein Versagen, als
ein Zwischenfall, als etwas mit allen Mitteln zu Vermeidendes betrachtet.
Ein gesellschaftliches und klinisches Phänomen kommen unerwartet und
ungewollt zur Deckung:
Altern darf nicht sein, Tod darf nicht sein. - Und doch ist all das da.
Insofern ist Sterbebegleitung oft schwierig, weil sie zu einem Zeitpunkt
einsetzen soll, der den bevorstehenden Abschied noch nicht kennt oder
verdrängt: wo es
sich beinahe taktlos anfühlt, diesen Dienst schon zu erwägen.
Dennoch: Die Kunst der Sterbebegleitung liegt darin, "noch mitten im
Leben" ganz sacht anzutönen.
Die Regel ist nicht der abrupte Tod durch Unfall oder Mord - die Regel ist
das langsame Kränkeln und Absterben,
das sich Ängstigen vor jedem Letzten, das Aufbegehren und das sich Fügen in
den bald aller letzten Atemzug.
Sterbebegleitung ist ein Liebesdienst.
Angst nicht mehr analysieren oder schönreden, sondern annehmen und ertragen
helfen.
Kampf nicht mehr befrieden, sondern gemeinsam durchstehen. - Ruhigen Halt
bieten.
Willensäußerungen nicht mehr relativieren oder modifizieren wollen,
sondern achten.
Mit dem Sterbenden gemeinsam Perspektiven sehen, wie nur Philosophen und
Priester sie kennen.
Schweigen.
Eine Hand annehmen. Ihren Druck aushalten. Ihr Loslassen ertragen.
Das führt zur Person des Begleiters.
Sein - ihr - eigenes Leben wird hier auf Endlichkeit befragt, sein - ihr -
eigenes Selbst als vorläufig erkannt.
Eigene Erinnerungen, eigene Trauer, eigene Angst - und Erschöpfung - wird
fühlbar angesichts des
Unausweichlichen.
Abschied ist ein großes, am äußersten Ende - nein: im Übergehen - mit Gleichmut erfülltes, stilles,
Thema.
Aufregung, die oft von Außen in diese letzten Momente hinein gespült
wird, soll fern gehalten werden.
Frei werden für den Übergang, den dieser Mensch nun ein zweites Mal
durchmacht, nachdem er geboren wurde:
eine - nun umgekehrt verlaufen wollende - Wandlung aus der Materie heraus
in eine andere, gute Welt.
Welchem Glauben der Einzelne dabei anhängt, darf die Sterbebegleitung
nicht bewerten.
Welcher Tod einem Menschen zukommt, kann von dessen lebenslangen Haltungen
mit bestimmt werden,
ob Kampf oder friedliches sich Entfernen: Der Begleiter wird am Ende
verlassen sein -
Welche RITUALE können entwickelt, welche KONTAKTE
geknüpft werden, und TEAMS zu begleiten?
Derzeit erstellt meine Arbeitsgruppe ein Konzept zur
Fortbildung und Supervision von Fachleuten,
die (im klinischen Bereich) Sterbebegleitung anbieten und: sich vernetzen
wollen:
Projektbeschreibung.
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PROJEKT:
Klinische Begleitung
Kulturproblematik
Zeitpunktwahl
Absterben
Dienst
Der
Tod ist groß -
Wir sind die Seinen, lachenden Mund's.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
Wagt er zu weinen,
Mitten in uns.
(Rainer Maria Rilke)
Begleiter / in
.
Perspektiven
Abschied
.
Wandlung
Ausblick
Telefon
E-Mail: Bedarfserhebung
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